Wie ich arbeite
Komplexe soziale Situationen werden nicht klarer, indem man sie vereinfacht.
Oft wirken mehrere Ebenen gleichzeitig: Menschen, Beziehungen, Rollen, Erwartungen, Aufträge, institutionelle Bedingungen und strukturelle Vorgaben. Wenn diese Ebenen ineinanderrutschen, wird schwer erkennbar, was eigentlich passiert und wo Veränderung möglich ist.
Meine Arbeit beginnt deshalb mit dem Versuch, eine Situation erst einmal so zu verstehen, wie sie tatsächlich ist.
Anliegen besprechenUnterscheiden, was nicht dasselbe ist
Manchmal entsteht Klarheit bereits dadurch, Dinge wieder voneinander zu unterscheiden, die im Alltag miteinander verschmolzen sind.
Zum Beispiel:
- Person und Rolle
- Fall und Struktur
- Auftrag und Übernahme
- Verantwortung und Einfluss
- Beziehung und Organisation
- Symptom und Ursache
Diese Unterscheidungen sollen eine Situation nicht künstlich zerlegen. Sie helfen dabei, besser zu erkennen, was zusammengehört, was sich gegenseitig beeinflusst und an welcher Stelle sinnvoll angesetzt werden kann.
Zusammenhänge sichtbar machen
Nicht immer entsteht ein Problem dort, wo es sichtbar wird.
- Ein Konflikt im Team kann mit strukturellen Bedingungen zusammenhängen.
- Ein schwieriger Fall kann durch widersprüchliche Aufträge zusätzlich festgehalten werden.
- Eine Leitung kann an einer operativen Frage arbeiten, obwohl der wirksame Punkt an einer Schnittstelle liegt.
- Eine familiäre Situation kann durch die Beteiligung mehrerer Stellen zusätzlich unübersichtlich werden.
Gemeinsam schauen wir deshalb nicht nur auf das Offensichtliche, sondern auch darauf, welche Zusammenhänge im Hintergrund wirken.
Verantwortung und Einfluss klären
In komplexen Situationen wird schnell mehr übernommen, als eigentlich übernommen werden kann oder sollte.
Dann helfen Fragen wie:
- Wer trägt wofür Verantwortung?
- Wer kann was tatsächlich beeinflussen?
- Welche Aufgabe gehört an welche Stelle?
- Wo endet Zuständigkeit?
- Und was braucht es, damit Zusammenarbeit wieder besser möglich wird?
Dabei geht es nicht darum, Verantwortung möglichst schnell zu verteilen. Es geht darum, wieder einen realistischen Blick darauf zu bekommen, wer was tragen kann und wo Grenzen liegen.
Vom Verstehen ins Handeln
Klärung bleibt für mich nicht bei Analyse stehen.
Wenn eine Situation verständlicher geworden ist, können nächste Schritte entwickelt, Entscheidungen getroffen oder Rollen und Zuständigkeiten neu geordnet werden.
Manchmal entsteht daraus eine sehr konkrete Veränderung. Manchmal zunächst nur ein anderer Blick auf die Situation. Beides kann entscheidend sein, wenn dadurch wieder Bewegung und Handlungsmöglichkeiten entstehen.
Der passende Rahmen
Nicht jedes Anliegen braucht dasselbe Format.
Je nach Situation kann Supervision, Beratung, eine intensive Fallklärung, ein Klärungstag oder ein begrenzter Prozess über mehrere Termine sinnvoll sein.
Gemeinsam klären wir zu Beginn, welcher Rahmen zum Anliegen passt. Dieser darf sich im Verlauf verändern, wenn sichtbar wird, dass etwas anderes gebraucht wird.
Anliegen besprechen